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	<title>Chalchiuhtlicue - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-03T11:08:42Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Mythenlabor.de</subtitle>
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		<id>https://mythenlabor.de/index.php?title=Chalchiuhtlicue&amp;diff=2012&amp;oldid=prev</id>
		<title>BrunoBatzen: WorkspaceUpload: Kategorie:Frauen in der Mythologie auf Chalchiuhtlicue verlinkt</title>
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		<updated>2026-04-30T08:01:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;WorkspaceUpload: Kategorie:Frauen in der Mythologie auf Chalchiuhtlicue verlinkt&lt;/p&gt;
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&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>BrunoBatzen</name></author>
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	<entry>
		<id>https://mythenlabor.de/index.php?title=Chalchiuhtlicue&amp;diff=1602&amp;oldid=prev</id>
		<title>BrunoBatzen: WorkspaceUpload: Chalchiuhtlicue neu angelegt</title>
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		<updated>2026-04-27T11:11:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;WorkspaceUpload: Chalchiuhtlicue neu angelegt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;ml-infobox ml-infobox--wesen&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin:0 0 1em 1em; width:300px; font-size:90%; line-height:1.45;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%; table-layout:fixed;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kurzueberblick&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Thema&lt;br /&gt;
| Wassergoettin der mexicaischen Religion&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Typische Motive&lt;br /&gt;
| Seen, Quellen, Fluesse, Reinheit und Fruchtbarkeit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Name&lt;br /&gt;
| &amp;quot;Die mit dem Jade-Rock&amp;quot; / Chalchihuitlicue&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Kulturraum&lt;br /&gt;
| Zentralmexiko und die aztekische Mythologie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Naechster Ausbauknoten&lt;br /&gt;
| [[Tlalocan]], [[Tlaloque]] und [[Tlaloc]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chalchiuhtlicue&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine der wichtigsten Wasser- und Fruchtbarkeitsgestalten der [[Aztekische Mythologie|aztekischen Mythologie]].&lt;br /&gt;
Ihr Name wird meist als &amp;quot;die mit dem Jade-Rock&amp;quot; oder sinngemaess als &amp;quot;die mit dem Jadesaum&amp;quot; verstanden.&lt;br /&gt;
Schon diese Benennung zeigt, dass sie nicht einfach fuer irgendein Wasser steht, sondern fuer kostbares, lebendiges und kosmisch geordnetes Wasser:&lt;br /&gt;
fuer Seen, Quellen, Fluesse und die lebensspendende Seite des Wassers im zentralmexikanischen Religionssystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chalchiuhtlicue-Kuenstlerische-Darstellung.png|mini|rechts|alt=Chalchiuhtlicue als Wassergoettin vor einem aztekisch inspirierten Seeraum mit Jadefarben, Wellen und Tempelarchitektur, ohne Schrift oder Logos.|Kuenstlerische Darstellung von Chalchiuhtlicue als Wasser- und Fruchtbarkeitsmacht der Mexica.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue ist dabei keine Nebenfigur, sondern eine eigenstaendige Form des Wassers als Macht.&lt;br /&gt;
In ihr verschraenken sich Frische, Reinheit, Fruchtbarkeit und Gefaehrdung.&lt;br /&gt;
Wasser ist bei ihr nie bloss Kulisse oder naturgrosses Element, sondern eine strukturierende Kraft, von der Ordnung, Nahrung und Uebergang zugleich abhaengen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name und Varianten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nahuatl-Name Chalchiuhtlicue enthaelt das Wort &amp;lt;em&amp;gt;chalchihuitl&amp;lt;/em&amp;gt; fuer Jade oder kostbaren Stein.&lt;br /&gt;
Damit ist der Name nicht nur eine Bezeichnung, sondern bereits eine Deutung.&lt;br /&gt;
Jade steht in mesoamerikanischen Kontexten fuer Wert, Kuehle, Frische, Lebenskraft und symbolische Verdichtung.&lt;br /&gt;
Eine Wassergoettin mit Jade im Namen verweist also auf Wasser als kostbare, ordnende und erhaltende Substanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Quellen und in der modernen Literatur begegnen auch Varianten wie &amp;lt;em&amp;gt;Chalchihuitlicue&amp;lt;/em&amp;gt; und der Alternativname &amp;lt;em&amp;gt;Matlalcueye&amp;lt;/em&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Solche Varianten sind fuer Mesoamerika typisch, weil Namen nicht immer in ein einziges starres System gepresst werden.&lt;br /&gt;
Sie spiegeln unterschiedliche Schreibweisen, Uebersetzungswege und regionale Akzente.&lt;br /&gt;
Gerade bei einer Figur wie Chalchiuhtlicue ist es sinnvoll, diese Varianten mitzudenken statt sie zu glatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Namensbedeutung deutet bereits an, wie eng Wasser, Schmuck, Wert und kosmische Ordnung zusammengehoeren.&lt;br /&gt;
Das ist kein dekorativer Zufall.&lt;br /&gt;
In der aztekischen Bild- und Religionssprache werden elementare Maechte oft ueber kostbare Stoffe, Farben und Materialien beschrieben.&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue gehoert genau in diese Logik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wasser als Lebensgrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den agrarischen Gesellschaften Zentralmexikos war Wasser die Voraussetzung von Leben, Ernte und Siedlung.&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue repraesentiert deshalb nicht einfach Wasser im abstrakten Sinn, sondern das Wasser, das an bestimmten Orten erscheint:&lt;br /&gt;
in Seen, Quellen, Fluesse, Baechen und Becken.&lt;br /&gt;
Diese lokale, konkrete Form macht sie fuer die religioese Ordnung besonders wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wasser ist in diesem Weltbild nie nur Segensquelle.&lt;br /&gt;
Es kann auch Ueberschwemmung, Gefahr, Trauer und Grenzueberschreitung bringen.&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue umfasst beide Seiten.&lt;br /&gt;
Sie steht fuer die lebensfreundliche Ordnung des Wassers, aber auch fuer seine Macht, Grenzen zu verschieben und Menschen an Schwellen zu fuehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade dadurch ist sie fuer eine mythologische Enzyklopaedie so wertvoll.&lt;br /&gt;
Sie zeigt, dass Wasser in mesoamerikanischen Traditionen nicht vereinfacht als &amp;quot;gut&amp;quot; oder &amp;quot;boese&amp;quot; erscheint.&lt;br /&gt;
Stattdessen wird es als Kraft gedacht, die in geregelter Form Leben ermoeglicht und in ungeordneter Form Gefahr bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beziehung zu Tlaloc ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am naechsten steht Chalchiuhtlicue dem Regen- und Wettergott [[Tlaloc]].&lt;br /&gt;
Britannica beschreibt sie als seine Frau oder in manchen Mythen als seine Schwester.&lt;br /&gt;
Diese Schwankung ist typisch fuer den Umgang mit mesoamerikanischen Gottesfiguren:&lt;br /&gt;
Verwandtschaft ist oft funktional und erzaehlerisch wichtig, aber nicht immer in einer einzigen genealogischen Formel festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inhaltlich ist die Beziehung klar.&lt;br /&gt;
Tlaloc steht fuer Regen, Gewitter und Bergwasser.&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue steht fuer die sichtbaren, dauerhaften Wasserformen auf der Erdoberflaeche.&lt;br /&gt;
Zusammen bilden beide ein Wassersystem, das Himmel, Berge, Seen und Fluesse miteinander verbindet.&lt;br /&gt;
Die Welt des Wassers ist damit nicht homogen, sondern gegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Komplementaritaet ist ein zentraler Punkt.&lt;br /&gt;
Der Regen bringt Wasser herab, Chalchiuhtlicue ordnet es in die Landschaft ein.&lt;br /&gt;
Tlaloc markiert die Sturm- und Himmelsdimension, Chalchiuhtlicue die ruhige, gespeicherte oder fliessende Form.&lt;br /&gt;
So wird aus einem Element ein religioes organisiertes Netz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die vierte Sonne ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der bekanntesten Mythenerzaehlungen um Chalchiuhtlicue betrifft den Zyklus der vorangehenden Sonnen.&lt;br /&gt;
In der aztekischen Kosmologie regierte sie ueber die vierte Sonne, waehrend ihrer Herrschaft die Menschen in einer Wasserkatastrophe untergingen.&lt;br /&gt;
Danach begann ein neuer Weltabschnitt.&lt;br /&gt;
Damit ist sie nicht nur Wasserfigur, sondern auch Teil eines grossen Weltuntergangs- und Welterneuerungsmodells.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Erzaehlung ist kulturgeschichtlich bedeutsam, weil sie Wasser hier nicht als sanfte Lebensquelle, sondern als kosmische Umbruchmacht zeigt.&lt;br /&gt;
Die gleiche Kraft, die Leben ermoeglicht, kann eine Welt auch beenden.&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue steht deshalb nicht ausserhalb der Weltgeschichte, sondern mitten in ihr.&lt;br /&gt;
Sie markiert einen Moment, in dem Ordnung in Katastrophe umschlagen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte der vierten Sonne macht auch deutlich, wie eng Mythos und Zeitdenken verbunden sind.&lt;br /&gt;
Die Welt ist nicht einfach da.&lt;br /&gt;
Sie durchlaeuft Phasen, Umschlaege und Erneuerungen.&lt;br /&gt;
Wasser ist in diesem Modell ein Motor des Neubeginns, aber auch des Endes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seen, Quellen und Fruchtbarkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue ist besonders mit stehenden und fliessenden Binnengewaessern verbunden.&lt;br /&gt;
Seen, Quellen und Fluesse sind in Zentralmexiko nicht nur geographische Gegebenheiten, sondern Orte religioeser Konzentration.&lt;br /&gt;
Sie versorgen Menschen, Tiere und Felder, sind aber zugleich Grenzraeume zwischen Kultur und Unverfuegbarkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fruchtbarkeit, fuer die Chalchiuhtlicue steht, ist deshalb weder abstrakt noch sentimentale Naturromantik.&lt;br /&gt;
Sie meint die Moeglichkeit, dass Leben fortgesetzt werden kann.&lt;br /&gt;
Wasser ist in diesem Sinn eine soziale Infrastruktur des Kosmos.&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue personifiziert diese Infrastruktur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders wichtig ist, dass Wasser in dieser Tradition nicht nur vom Himmel her gedacht wird.&lt;br /&gt;
Es steckt auch in der Landschaft, im Boden, in Quellen und in Seen.&lt;br /&gt;
Damit unterscheidet sich die aztekische Wasserreligion stark von einer rein meteorologischen Sicht.&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue macht die wasserreiche Landschaft selbst zu einem sakralen Ort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildsprache und Ikonographie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bildquellen und kunsthistorischen Rekonstruktionen erscheint Chalchiuhtlicue haeufig mit Wasserzeichen, ornamentalen Wellenformen, kostbaren Farbtoenen und einem Eindruck von fliessender Macht.&lt;br /&gt;
Die Figur ist dabei oft klar weiblich, aber nicht weich im modernen Sinn.&lt;br /&gt;
Sie wirkt eher wie eine geordnete, konzentrierte Energie des Wassers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Farbe Jade spielt dabei eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
Jade ist in Mesoamerika kein beliebiger Zierrat, sondern ein Material, das mit Wert, Frische und Lebenskraft verbunden ist.&lt;br /&gt;
Wenn Wasser mit Jade verbunden wird, entsteht eine starke symbolische Verdichtung:&lt;br /&gt;
Wasser wird zu etwas Kostbarem, Schoepferischem und zugleich Ehrfurchtgebietendem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu Tlaloc ist Chalchiuhtlicue ikonographisch haeufig weniger kriegerisch und weniger bedrohlich, aber nicht harmlos.&lt;br /&gt;
Sie gehoert zur selben Weltmacht des Wassers, nur mit anderer Gewichtung.&lt;br /&gt;
Gerade diese Differenz hilft, die innere Struktur der aztekischen Religion besser zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultische und kosmologische Rolle ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Quellen zu Chalchiuhtlicue sind vor allem aus kolonialen Berichten, Bildcodices und spaeteren religionsgeschichtlichen Deutungen bekannt.&lt;br /&gt;
Das bedeutet nicht, dass die Figur spaet entstanden waere.&lt;br /&gt;
Es bedeutet nur, dass die schriftliche Fixierung juenger ist als die muendliche und bildliche Tradition.&lt;br /&gt;
Fuer einen sauberen Umgang mit der Figur ist diese Unterscheidung wichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue gehoert in einen Kultzusammenhang, in dem Wasser nicht nur symbolisch, sondern praktisch und rituell relevant ist.&lt;br /&gt;
Wer Wasser verehrt, verehrt immer auch die Bedingungen von Landwirtschaft, Koerper, Geburt und Uebergang.&lt;br /&gt;
Die religioese Bedeutung ist daher konkret und lebensnah, nicht abstrakt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich zeigt die Figur, wie stark die mexicaische Religion in Funktionsbereichen denkt.&lt;br /&gt;
Regen, Fluss, See, Quelle und Meer werden nicht einfach unter einem Begriff zusammengeworfen.&lt;br /&gt;
Sie koennen verbunden sein, bleiben aber unterschiedliche Aspekte des Wassers.&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue ist die Macht, die diesen Bereich zusammenhaelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbindung zu Tlalocan und den Tlaloque ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuer den naechsten Themenkreis sind [[Tlalocan]] und [[Tlaloque]] besonders wichtig.&lt;br /&gt;
Das Tlalocan ist in den Quellen als wasserreicher, ueberflussvoller Bereich mit Tlaloc verbunden.&lt;br /&gt;
Die Tlaloque sind die mit Tlaloc zusammenhaengenden Wetter- und Regenmaechte.&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue gehoert genau in diesen Wasserkreis, weil sie die Landschafts- und Oberflaechenform des Elements repraesentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wird ein Thema sichtbar, das fuer Mythenlabor besonders ergiebig ist:&lt;br /&gt;
Wasser ist im aztekischen Denken nicht monolithisch.&lt;br /&gt;
Es besitzt Abstufungen, Zustaende und Orte.&lt;br /&gt;
Der Himmel sendet Regen, die Berge speichern ihn, die Seen bewahren ihn, die Quellen geben ihn frei.&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue ist die Personifikation dieser erdhaften Wasserseite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade deshalb ist sie als Anschlussartikel zu Tlaloc so stark.&lt;br /&gt;
Wo Tlaloc die dramatische Wettermacht bildet, macht Chalchiuhtlicue die ruhige, gespeicherte und landschaftlich verankerte Form sichtbar.&lt;br /&gt;
Beide Seiten gehoeren zusammen und lassen sich nur gemeinsam vollstaendig lesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderne Rezeption ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute erscheint Chalchiuhtlicue vor allem in Ueberblickswerken, Museumskontexten und Darstellungen zur aztekischen Religion.&lt;br /&gt;
Oft wird sie dort einfach als Wassergoettin beschrieben.&lt;br /&gt;
Das ist richtig, aber unvollstaendig.&lt;br /&gt;
Interessant wird sie erst dann, wenn man Wasser nicht nur als Stoff, sondern als kulturelles Ordnungsprinzip versteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Moderne Deutungen greifen deshalb gern auf Begriffe wie Fruchtbarkeit, Weiblichkeit oder Lebensquelle zurueck.&lt;br /&gt;
Das kann sinnvoll sein, solange die historische Eigenlogik nicht verlorengeht.&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue ist keine moderne Umweltmetapher, sondern Teil einer vorkolonialen religioesen Ordnung, in der Landschaft, Wetter und Kosmos eng miteinander verschraenkt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fuer Mythenlabor ist sie ein zentraler Baustein im mesoamerikanischen Themenraum.&lt;br /&gt;
Von hier aus fuehren organische Linien zu [[Tlaloc]], [[Tlalocan]], [[Tlaloque]] und weiteren Wasser- und Wettergestalten Zentralmexikos.&lt;br /&gt;
Der Artikel ist damit kein Endpunkt, sondern ein Knoten mit klarer Anschlussfaehigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chalchiuhtlicue ist eine der tragenden Wasserfiguren der aztekischen Religion.&lt;br /&gt;
Sie verbindet Fruchtbarkeit, Reinheit, Gefahr und kosmische Erneuerung in einer einzigen, klar konturierten Gottheitsgestalt.&lt;br /&gt;
Gerade ihre Verbindung von Wasseroberflaeche und Weltordnung macht sie fuer eine enzyklopaedische Darstellung so wertvoll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aufbau von Mythenlabor ergaenzt sie Tlaloc auf sinnvolle Weise und oeffnet zugleich den Blick auf Tlalocan, Tlaloque und die breitere Wasserordnung Zentralmexikos.&lt;br /&gt;
Damit wird aus einem einzelnen Namen ein thematisch belastbarer Knoten fuer weitere mesoamerikanische Artikel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;ml-author-note&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wurde fuer Mythenlabor von &amp;lt;b&amp;gt;Benjamin Metzig&amp;lt;/b&amp;gt; ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;ml-external-note&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weiterfuehrende Grenzthemen, Wissenschafts- und Kulturbeitraege finden sich auch auf [https://wissenschaftswelle.de Wissenschaftswelle.de].&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinamerikanische Mythologien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mythologische Wesen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>BrunoBatzen</name></author>
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