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	<title>Coatlicue - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Mythenlabor.de</subtitle>
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		<id>https://mythenlabor.de/index.php?title=Coatlicue&amp;diff=2013&amp;oldid=prev</id>
		<title>BrunoBatzen: WorkspaceUpload: Kategorie:Frauen in der Mythologie auf Coatlicue verlinkt</title>
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		<updated>2026-04-30T08:01:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;WorkspaceUpload: Kategorie:Frauen in der Mythologie auf Coatlicue verlinkt&lt;/p&gt;
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&lt;/table&gt;</summary>
		<author><name>BrunoBatzen</name></author>
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		<id>https://mythenlabor.de/index.php?title=Coatlicue&amp;diff=1613&amp;oldid=prev</id>
		<title>BrunoBatzen: WorkspaceUpload: Coatlicue neu angelegt</title>
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		<updated>2026-04-27T20:35:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;WorkspaceUpload: Coatlicue neu angelegt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;div class=&amp;quot;ml-infobox ml-infobox--wesen&amp;quot; style=&amp;quot;float:right; margin:0 0 1em 1em; width:300px; font-size:90%; line-height:1.45;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;width:100%; table-layout:fixed;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kurzueberblick&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Thema&lt;br /&gt;
| Aztekische Erd- und Muttergottheit&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Typische Motive&lt;br /&gt;
| Schlangenrock, Geburt, Tod, Erde, Blut&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Zentraler Raum&lt;br /&gt;
| Zentralmexiko und mexicaische Religionswelt&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Naechster Ausbauknoten&lt;br /&gt;
| [[Cihuacoatl]], [[Huitzilopochtli]], [[Coyolxauhqui]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Coatlicue&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; gehoert zu den eindrucksvollsten Gottheiten der mexicaischen oder aztekischen Religionswelt.&lt;br /&gt;
Ihr Name wird meist als &amp;quot;Schlangenrock&amp;quot; wiedergegeben und verweist bereits auf das zentrale Bild der Figur: die Erde als etwas, das Leben hervorbringt, aber auch alles Lebendige wieder aufnimmt.&lt;br /&gt;
Coatlicue ist deshalb keine milde Muttergottheit im modernen Sinn, sondern eine monumentale Erdgestalt, in der Fruchtbarkeit, Mutterschaft, Tod und kosmische Bedrohung untrennbar zusammenliegen.&lt;br /&gt;
Sie ist eine Gottheit der Schwelle zwischen Ernaehrung und Verschlingung, zwischen Geburt und Rueckkehr in die Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Coatlicue-Kuenstlerische-Darstellung.png|mini|rechts|alt=Monumentale steinerne Erdgoettin mit Schlangenkleid, zwei Schlangenkopfen statt eines Kopfes und strenger Tempelkulisse im Hintergrund.|Kuenstlerische Darstellung von Coatlicue als monumentale Erd- und Schlangengottheit der Mexica.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruehmt geworden ist Coatlicue vor allem durch ihre kolossale Basaltstatue, die heute im Museo Nacional de Antropologia in Mexiko-Stadt steht.&lt;br /&gt;
Dieses Bild hat die spaetere Wahrnehmung der Goettin stark gepragt, ist aber nicht die einzige Form, in der sie innerhalb der Ueberlieferung erscheint.&lt;br /&gt;
Coatlicue ist zugleich Mythengestalt, kultische Macht und interpretierbare Figur der Religionsgeschichte.&lt;br /&gt;
Gerade deshalb ist sie fuer Mythenlabor ein zentraler Knoten:&lt;br /&gt;
An ihr laesst sich besonders gut zeigen, wie die Aztekenwelt Leben und Tod nicht als Gegensaetze, sondern als miteinander verschraenkte Zustaende verstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name und Grundbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Coatlicue wird meist aus dem Nahuatl als Bezug auf einen &amp;quot;Schlangenrock&amp;quot; verstanden.&lt;br /&gt;
Schon diese Benennung macht deutlich, dass die Gottheit eng mit Erd- und Schlangensymbolik verknuepft ist.&lt;br /&gt;
Schlangen stehen in mesoamerikanischen Religionen oft fuer Fruchtbarkeit, Bewegung, Gefahr und Verwurzelung in der Erde.&lt;br /&gt;
Coatlicue verbindet genau diese Bedeutungen.&lt;br /&gt;
Sie ist die Erde nicht als sanfte Landschaft, sondern als lebendige und zugleich furchtbare Macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Quellen begegnet Coatlicue auch unter anderen Namen oder in eng verwandten Formen, etwa als [[Teteoinnan]] oder als [[Toci]].&lt;br /&gt;
Solche Namensueberlagerungen sind fuer die mexicaische Religionswelt typisch.&lt;br /&gt;
Goettinnen waren dort nicht immer streng voneinander getrennte Einzelpersonen, sondern haeufig verschiedene Erscheinungsweisen eines groesseren sakralen Kraftfeldes.&lt;br /&gt;
Coatlicue ist daher eher als Mittelpunkt einer Bedeutungsgruppe zu lesen als als isolierte Romanfigur mit fest umrissener Biographie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Figur steht fuer die Vorstellung, dass die Erde Mutter und Grab zugleich ist.&lt;br /&gt;
Sie bringt Pflanzen, Menschen und Tiere hervor, nimmt aber auch die Toten wieder auf.&lt;br /&gt;
Diese Doppelrolle ist nicht als Widerspruch gedacht, sondern als Grundordnung der Welt.&lt;br /&gt;
Wer Coatlicue versteht, versteht einen Kern mexicaischer Religionslogik:&lt;br /&gt;
Leben ist nur moeglich, weil die Erde zugleich gibt und verschlingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erde als Mutter und als Maechtige ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Coatlicue wird haeufig als Mutter der Goetter beschrieben.&lt;br /&gt;
Damit ist sie nicht bloss eine private Mutterfigur, sondern eine kosmische Ahnin.&lt;br /&gt;
Die Erde selbst wird in ihr zur urspruenglichen gebaerenden Macht.&lt;br /&gt;
In einem solchen Weltbild ist Mutterschaft kein stilles Idyll, sondern eine gewaltige, riskante Kraft.&lt;br /&gt;
Das Leben tritt nicht sanft hervor, sondern wird der Welt in einem Akt hoher Spannung abgerungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In derselben Logik kann Coatlicue zugleich gefuerchtet sein.&lt;br /&gt;
Die Erde ist naehrend, aber auch verschlingend.&lt;br /&gt;
Sie traegt den Mais, die Stadt und die Koerper der Menschen, nimmt aber am Ende alles wieder in sich auf.&lt;br /&gt;
Die monumentale Koerpersprache der Goettin macht genau das sichtbar:&lt;br /&gt;
schwere Masse, Klaue, Schlange, Knochen, Blut und Fruchtbarkeit bilden eine einzige Erzaehlung.&lt;br /&gt;
Die Figur ist deshalb nicht nur ein Symbol fuer Leben, sondern auch fuer die unausweichliche Rueckkehr alles Lebendigen in den Erdkreislauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Doppelstellung erklaert auch, warum Coatlicue in der modernen Wahrnehmung oft als &amp;quot;schrecklich&amp;quot; beschrieben wird.&lt;br /&gt;
Die Furcht ist jedoch nicht nur eine spaetere Reaktion.&lt;br /&gt;
Sie gehoert zum kulturellen Sinn der Figur.&lt;br /&gt;
Eine Erde, die alles ernaehrt, muss in einem Ritual- und Opferdenken auch als Maechtige verstanden werden.&lt;br /&gt;
Andernfalls waere ihre Fruchtbarkeit nicht ernst zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Geburt des Huitzilopochtli ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am bekanntesten ist Coatlicue durch den Mythos von der Geburt [[Huitzilopochtli]]s am Coatepec, dem &amp;quot;Schlangenberg&amp;quot;.&lt;br /&gt;
In dieser Erzaehlung kehrt Coatlicue waehrend der Tempelreinigung eine Federkugel oder einen Federball auf, der sie auf wundersame Weise schwaengert.&lt;br /&gt;
Ihre Tochter [[Coyolxauhqui]] und die mit ihr verbundenen Himmelswesen deuten dies als Schande und greifen die Mutter an.&lt;br /&gt;
In dem Moment der hoechsten Gefahr wird Huitzilopochtli bewaffnet geboren und besiegt die Angreifer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Mythos ist keine blosse Familiengeschichte.&lt;br /&gt;
Er ist ein kosmologisches Bild fuer den taeglichen Sieg von Sonne und Ordnung ueber Nacht und Zersplitterung.&lt;br /&gt;
Coatlicue steht dabei als Mutter im Zentrum eines Konflikts, der zugleich eine Geschichte der Weltordnung ist.&lt;br /&gt;
Aus ihrem Koerper geht der kriegerische Sonnengott hervor, der die feindlichen Maechte zerstreut.&lt;br /&gt;
Damit ist sie nicht nur Gebaerende, sondern der Ort, an dem kosmische Umwaelzung moeglich wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mythos erhoeht die Dramatik ihrer Figur, aber er verengt sie nicht auf eine einzige Funktion.&lt;br /&gt;
Coatlicue ist nicht bloss &amp;quot;die Mutter des Huitzilopochtli&amp;quot;, sondern die groessere Erdgestalt, in der sich Geburt, Bedrohung und Erneuerung verschraenken.&lt;br /&gt;
Deshalb ist es sinnvoll, den Coatepec-Mythos immer zusammen mit der Erdsymbolik der Goettin zu lesen.&lt;br /&gt;
Die Geschichte erklaert nicht nur die Herkunft des Sohnes, sondern die Macht der Mutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das grosse Bild der Statue ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beruehmteste Darstellung Coatlicues ist ihre kolossale Basaltstatue.&lt;br /&gt;
Sie wurde 1790 im Zentrum von Mexiko-Stadt entdeckt und gehoert heute zu den wichtigsten Stuecken des Museo Nacional de Antropologia.&lt;br /&gt;
Die Statue hat die Deutung der Figur stark beeinflusst, weil sie die religioese Idee in geradezu brutaler Klarheit sichtbar macht.&lt;br /&gt;
Hier ist nichts weich oder harmonisch.&lt;br /&gt;
Alles ist Gewicht, Spannung und formale Konsequenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Statue zeigt zwei Schlangenkopfe am Hals statt eines menschlichen Kopfes.&lt;br /&gt;
Die Brust wirkt schwer und aehnlich wie die eines gebaenden Koerpers, zugleich aber nicht idealisiert, sondern als Teil einer reifen, erdigen Macht.&lt;br /&gt;
Um den Leib liegt ein Rock aus Schlangen.&lt;br /&gt;
An Hals und Brust erscheinen Symbole von Abtrennung, Opfer und Verschlingung.&lt;br /&gt;
Haende, Herzen, Knochen und Klaue verbinden sich zu einer Bildsprache, in der die Erde als Esserin der Toten erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade diese Bildsprache ist fuer die Religionsgeschichte wichtig.&lt;br /&gt;
Sie macht sichtbar, dass Coatlicue nicht als dekorative Figur gedacht war, sondern als Konzentration einer Weltdeutung.&lt;br /&gt;
Die Statue ist kein bloesser Kunstgegenstand, sondern ein theologisches Bild.&lt;br /&gt;
Sie sagt mit Stein, was ein Text nur umstaendlicher formulieren koennte: Alles Leben ist an die Erde gebunden, und die Erde ist zugleich Geburtsort und Ende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die monumentale Wirkung der Statue hat auch spaetere Forschung und Populaerkultur beeinflusst.&lt;br /&gt;
In ihr verdichtet sich die Vorstellung eines vorspanischen Mexiko, das die Gewalt des Kosmos nicht versteckt, sondern in Bildform ernst nimmt.&lt;br /&gt;
Coatlicue ist deshalb nicht nur mythologisch wichtig, sondern auch kunstgeschichtlich ein Schluesselwerk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beziehung zu Cihuacoatl, Toci und Tlazolteotl ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Coatlicue steht in engem Zusammenhang mit anderen weiblichen Grossgestalten der mexicaischen Religion, insbesondere mit [[Cihuacoatl]].&lt;br /&gt;
Die Grenzen zwischen diesen Figuren sind in den Quellen nicht immer eindeutig.&lt;br /&gt;
Das ist kein Zeichen von Unschaerfe im schlechten Sinn, sondern Ausdruck einer Denkweise, in der goettliche Macht verschiedene Namen und Rollen annehmen konnte.&lt;br /&gt;
Coatlicue und Cihuacoatl teilen Themen wie Geburt, Erdbezug, Furcht und die Verbindung von Leben und Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zu [[Toci]] und [[Tlazolteotl]] bestehen Ueberschneidungen.&lt;br /&gt;
Toci kann als Grossmutter- und Altengestalt gelesen werden, waehrend Tlazolteotl mit Reinigung, Suende und Umkehr zusammenhaengt.&lt;br /&gt;
Solche Verbindungen zeigen, dass weibliche Gottheiten im mexicaischen Denken keineswegs nur nach einem modernen Funktionsschema getrennt waren.&lt;br /&gt;
Vielmehr bildeten sie ein dichtes Netz aus Verwandtschaft, Ueberlagerung und spezialisierter Akzentsetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Coatlicue ist in diesem Netz die wohl monumentalste Erdfigur.&lt;br /&gt;
Sie wirkt nicht nur als Gebaerende, sondern als Urbild einer Erde, die alte Macht, fruchtbare Fuelle und dunkle Gefaehrlichkeit zugleich verkoerpert.&lt;br /&gt;
Damit bildet sie einen besonders starken Gegenpol zu allzu harmlosen Vorstellungen von &amp;quot;Muttergoettin&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultische und rituelle Bezuge ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschung ordnet Coatlicue in einen rituellen Zusammenhang ein, in dem Feste, Opfer und saisonale Ordnung eine Rolle spielten.&lt;br /&gt;
Nach spaeteren Berichten wurde die Goettin mit Fruehjahrs- und Herbstritualen in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
Wichtig ist dabei nicht, jeden Einzelfall als historisch gesichert zu behandeln, sondern die rituelle Grundidee zu verstehen:&lt;br /&gt;
Die Erde musste geehrt werden, weil sie ernaehrt, aber auch bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Sinn passt Coatlicue in eine Welt, in der Pflanzenwachstum, Jagd, Herrschaft und Opfer eng verschraenkt waren.&lt;br /&gt;
Sie ist keine reine Landwirtschaftsgottheit, aber auch keine isolierte Schreckfigur.&lt;br /&gt;
Sie steht an einem Knotenpunkt, an dem Opferlogik, Erdvorstellung und politisch-kosmische Ordnung zusammenlaufen.&lt;br /&gt;
Das macht sie fuer die mexicaische Religion so zentral.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die Verbindung von Fruchtbarkeit und Opfer ist fuer moderne Leser oft verstoerend.&lt;br /&gt;
Im vorspanischen Kontext folgt sie jedoch einer inneren Logik:&lt;br /&gt;
Wenn die Erde das Leben traegt, dann muss sie auch als Maechtige angesprochen werden.&lt;br /&gt;
Ritual bedeutet dann nicht nur Bitte, sondern auch Anerkennung von Abhaengigkeit und Gegenseitigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderne Deutungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der heutigen Rezeption erscheint Coatlicue oft als Inbegriff der &amp;quot;furchtbaren Mutter&amp;quot;.&lt;br /&gt;
Diese Beschreibung trifft etwas, darf aber nicht zu einem simplen Horrorbild werden.&lt;br /&gt;
Coatlicue ist nicht die boese Gegenfigur zur guten Mutter, sondern eine Gottheit, die das Leben in seiner ganzen Ambivalenz umfasst.&lt;br /&gt;
Genau deshalb ist sie fuer moderne religionsgeschichtliche und kulturhistorische Fragen so interessant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Goettin laesst sich als Symbol fuer Erde, Koerper, Opfer, Gebaeren und Rueckkehr lesen.&lt;br /&gt;
Sie zeigt, dass vorspanische Religionswelten weibliche Macht nicht auf Sanftheit reduzierten.&lt;br /&gt;
Stattdessen verbanden sie Naehrung, Gefahr und Ordnung in einer einzigen Gestalt.&lt;br /&gt;
Wer Coatlicue nur als Schreckbild liest, verpasst ihre eigentliche kulturelle Leistung.&lt;br /&gt;
Sie ist ein Bild fuer die Grundspannung jedes Lebens: Etwas entsteht, weil etwas anderes vergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Populaerkultur taucht Coatlicue immer wieder als Inspirationsquelle fuer Kunst, Literatur und Medien auf.&lt;br /&gt;
Dabei wird oft vor allem das Monumentale hervorgehoben.&lt;br /&gt;
Interessanter ist jedoch die innere Logik des Bildes.&lt;br /&gt;
Die Statue und der Mythos machen sichtbar, dass die Aztekenwelt eine hochkomplexe Vorstellung von Erde, Geburt, Opfer und kosmischer Wiederholung entwickelt hat.&lt;br /&gt;
Gerade diese Tiefenstruktur ist fuer Mythenlabor der eigentlich spannende Punkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kulturgeschichtliche Einordnung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Coatlicue gehoert zu den Schluesselfiguren, an denen sich Mesoamerika nicht nur als historische Kultur, sondern als Symbolwelt verstehen laesst.&lt;br /&gt;
Die Goettin macht deutlich, wie eng Koerper und Kosmos, Familie und Herrschaft, Leben und Tod in der mexicaischen Religion zusammengehangen.&lt;br /&gt;
Sie ist nicht einfach ein Rest alter Fruchtbarkeitsvorstellungen, sondern ein ausgearbeitetes Bild der Weltordnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hilft auch der Blick auf die Forschung: Einfache Etiketten reichen fuer Coatlicue nicht aus.&lt;br /&gt;
Sie ist Mutter der Goetter, Erdgestalt, Schlangenfigur, Opferbild und kosmische Macht zugleich.&lt;br /&gt;
Gerade in dieser Vielschichtigkeit liegt ihre Bedeutung.&lt;br /&gt;
Das macht sie zu einem besonders ergiebigen Ankerpunkt fuer weitere Artikel aus dem Themenraum der lateinamerikanischen Mythologien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer die Goettin versteht, versteht auch besser, warum Huitzilopochtli, Coyolxauhqui, Cihuacoatl und verwandte Gestalten in der mexicaischen Mythologie so eng zusammengehoeren.&lt;br /&gt;
Coatlicue ist der Knotenpunkt, an dem sich Geburt und Zerstoerung, Erde und Dynastie, Steinbild und Erzaehlung treffen.&lt;br /&gt;
Genau darin liegt ihre anhaltende Faszination.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;ml-author-note&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Artikel wurde fuer Mythenlabor von &amp;lt;b&amp;gt;Benjamin Metzig&amp;lt;/b&amp;gt; ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;ml-external-note&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weiterfuehrende Grenzthemen, Wissenschafts- und Kulturbeitraege finden sich auch auf [https://wissenschaftswelle.de Wissenschaftswelle.de].&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinamerikanische Mythologien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mythologische Wesen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>BrunoBatzen</name></author>
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