Roswell-Zwischenfall
| Roswell-Zwischenfall | |
|---|---|
| Datum | 2.–4. Juli 1947 |
| Ort | Nahe Roswell, New Mexico, USA |
| Zeugen | Mac Brazel (Rancher), Maj. Jesse Marcel, Schaulustige |
| Dauer | Mehrere Tage (Bergung) |
| Beschreibung | Absturz eines unbekannten Flugobjekts; Bergung durch US Air Force |
| Offizielle Erklärung | Wetterballon (1947); Project Mogul-Ballon (1994) |
| Status | Offiziell erklärt; von Verschwörungstheoretikern bestritten |
Der Roswell-Zwischenfall von 1947 ist das berühmteste und folgenreichste UFO-Ereignis der Geschichte. Ein Objekt stürzte auf einer Ranch nahe Roswell, New Mexico, ab – und die anfängliche Meldung der US Air Force, es handle sich um eine fliegende Untertasse, wurde innerhalb von Stunden zurückgezogen. Der Grundstein einer der langlebigsten Verschwörungstheorien der Welt war gelegt.
Die Pressemitteilung und der Rückzieher
8. Juli 1947: Die Öffentlichkeitsabteilung der Roswell Army Air Field gibt eine Pressemitteilung heraus: Man habe „eine fliegende Untertasse" geborgen. Weltweit gehen Schlagzeilen über außerirdische Besucher viral – für damalige Verhältnisse. Stunden später revidiert Brigadegeneral Roger Ramey die Meldung: Es sei lediglich ein gewöhnlicher Wetterballon. Dieser blitzschnelle Widerspruch legte den Grundstein für Jahrzehnte von Verschwörungstheorien.
Was Mac Brazel auf seiner Ranch fand
Ende Juni 1947 stieß Rancher Mac Brazel auf seltsame Trümmer. Augenzeugen beschrieben das Material als ungewöhnlich leicht, aber extrem reißfest, mit violettsymbolartigen Markierungen – ähnlich einem Formgedächtnismaterial. Major Jesse Marcel, der die Bergung leitete, behauptete später, das Material sei „nicht von dieser Erde" gewesen.
Project Mogul: das geheime Programm dahinter
1994 veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium die Erklärung: Das Objekt war ein Ballon des hochgeheimen Project Mogul – einem Programm zur akustischen Überwachung sowjetischer Atomtests. Die ungewöhnlichen Materialeigenschaften gehörten zur damals streng geheimen Ballon-Technologie. Die Geheimhaltung war real – aber aus strategischen, nicht außerirdischen Gründen.
Die Alien-Leichen-Legenden
Das Alien Autopsy Video von Ray Santilli (1995) zeigte angeblich die Autopsie eines Roswell-Aliens und wurde weltweit ausgestrahlt. 2006 gestand Santilli, er habe eine „Rekonstruktion" eines älteren, unbrauchbaren Originals produziert – sprich: eine Fälschung. Behauptungen über echte Alien-Körper stützen sich ausschließlich auf Zeugen, die Jahrzehnte nach dem Ereignis aussagten.
Roswell heute: Welthauptstadt der UFO-Touristen
Der Ort lebt wirtschaftlich vom Alien-Mythos. Das International UFO Museum and Research Center ist eine der meistbesuchten Attraktionen New Mexicos. Jährlich kommen Hunderttausende Besucher – für Ausstellungen, Kostümwettbewerbe und das UFO Festival im Juli.
In der Popkultur
- Film: Roswell (1994), Independence Day (1996, Anspielung)
- Fernsehserie Roswell (1999–2002) und Roswell, New Mexico (2019–)
- Zahllose Dokumentationen und Mockumentaries